Bahngeschichte

Am 15. Oktober 1889 haben einige Bürger aus Brienz unter der Leitung des Fabrikaten Karl Brück und wahrscheinlich auf Initiative von Ingenieur Alexander Lindner das Konzessionsgesuch für eine Zahnradbahn aufs Brienzer Rothorn eingereicht. Bereits 65 Tage (!) nach der Eingabe erteilten National- und Ständerat die Bewilligung für den Bahnbau. Schon bald hatte sich der Bauunternehmer Theodor Bertschinger aus Lenzburg den Initianten angeschlossen. Er und Alexander Lindner gelten heute als Erbauer der Brienz Rothorn Bahn.

Beim Bau der Brienz Rothorn Bahn waren ca. 700 Arbeiter – vor allem aus Italien – im Einsatz. Noch heute erinnern in unserer Region verschiedene inzwischen einheimische Namen an den Bau der Bahn. Innert 16 Monaten wurde die Bahn gebaut – das war eine ausserordentliche Leistung! Die Gesamtkosten der Bahn – Projektkosten, Bauleitung, Bauzinsen, Landerwerb, Strecke inkl. Unterbau und Gleise, Gebäude, Weichen, Wasserstationen, vier Lokomotiven, vier Personenwagen, zwei Güterwagen, Stations- und Depotinventar – wurden auf 2,2 Mio. Franken berechnet.

Am 16. Juni 1892 konnte die Bahn feierlich eröffnet werden. Der Start der neuen Attraktion im Berner Oberland verlief aber nicht ganz wie geplant. Die von Alexander Lindner im schlechtesten Fall prognostizierten 12’000 Gäste wurden anfangs nicht annähernd erreicht. Die schlechte finanzielle Lage trieb die Verantwortlichen dazu, im Jahr 1900 eine Aktiengesellschaft zu gründen. Der Betrieb erwirtschaftete weiterhin Defizite – später haben einerseits Kriege in Südafrika und China, andereseits hohe Kohlepreise und die nach wie vor fehlende Bahnverbindung Brienz – Interlaken zu dem schlechten Betriebsergebnis geführt. 1908 beschädigt der Luftdruck einer grossen Staublawine die Mülibachbrücke stark, was unvorhergesehene Kosten verursachte. Schlechte Witterung, gespannte politische Lage, Börsen- und Wirtschaftskrise, hohe Teuerung und vermehrte Konkurrenz führten zu einem Frequenzrückgang und Betriebsdefizit.

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, sanken die Frequenzen massiv und dem gesamten Personal wurde gekündigt. Die Brienz Rothorn Bahn wurde „eingemottet“ – sie stand vor dem Aus, der Abbruch der Anlage wurde ernsthaft diskutiert. Dies wurde aber immer wieder erfolgreich verhindert. Vor allem standen auch die Brienzer hinter ihrer Bahn. Bis die Brienz Rothorn Bahn wieder Volldampf aufsetzen konnte, sollte es aber auch noch einige Jahre dauern. Dieser Dornröschenschlaf ist der Grund, weshalb die BRB bis heute nicht elektrifiziert wurde. In dieser Zeit wurden nämlich fast alle übrigen Bergbahnen elektrifiziert.

Die Gemeinde Brienz hatte ein Komitee mit dem Ziel eingesetzt, die dahinschlummernde Bahn zu neuem Leben zu erwecken. Mit neuem Kapital und mit viel Optimismus wurde der Betrieb im Juni 1931 wieder bis Rothorn Kulm aufgenommen.

Der Tourismus im Berner Oberland entwickelte sich vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg rasant. Auch die Brienz Rothorn Bahn profitierte davon bis die Wirtschaftlichkeit der Bahn immer schlechter wurde. Der Betrieb der Bahn war aufwendig und konnte mit den neuen Konkurrenten – den elektrifizierten Bergbahnen – kaum mithalten. An Spitzentagen fehlten zudem die nötigen Transportkapazitäten. Viele Gäste mussten stehen gelassen werden. Man glaubte nicht mehr an die Zukunft der Dampfzahnradbahn. In den 60er-Jahren boomte in der gesamten Schweiz der Seilbahnbau. Auf fast jeden Aussichtspunkt wurde eine leistungsfähige und im Vergleich zur Brienz Rothorn Bahn viel wirtschaftlichere Bahn gebaut. 1958 wurde an der Generalversammlung beschlossen, die Zahnradbahn abzubrechen und durch eine leistungsfähigere Luftseilbahn zu ersetzen.

Doch nun traten die Brienzer wieder in Aktion. Es wurde ein Komitee gegen den Abbruch der Dampfzahnradbahn gebildet. Sie hatten Erfolg, der bereits gefasste Abbruchentscheid wurde zurückgezogen. Das Problem blieben die mangelnden Transportkapazitäten und der teuere Dampfbetrieb. Man versuchte, neue wirtschaftlichere Dampflokomotiven zu beschaffen. Dies war aber in den 70er-Jahren nicht möglich; keine Lokomotivfabrik war mehr daran interessiert, Dampflokomotiven weiterzuentwickeln. Die Lösung des Problems war vorübergehend die Beschaffung von Diesellokomotiven.

Verein Freunde des Dampfbetriebs der Brienz Rothorn Bahn

1991 wurde der Gönnververein „Verein Freunde des Dampfbetriebes der Brienz Rothorn Bahn“ von Ernst Streule zur Förderung und zum Erhalt des Dampfbetriebes gegründet. Zur Erreichung dieses Zwecks unterstützt der Verein die aufwändigen Renovationen der Dampflokomotiven, wichtige Sanierungen an der Strecke, unterstützt Infrastrukturprojekte, führt Sammlungen durch und unterstützt die Werbemassnahmen. Für den fünfmonatigen Dampfbetrieb und regelmässigem Einsatz von historischem Rollmaterial bildet der Verein eine wichtige Grundlage der Bahn.

Um das bedeutenste und entscheidenste Investitionsprojekt „Aktion 5 S“ (für Schotter, Schwellen, Schienen, Stangen und Stützmauern) zu finanzieren, sammelte der Verein von 2009 – 2018 Gönnerbeiträge. Die Sanierung der Strecke ist eine Grundvoraussetzung für die Erneuerung der Konzession des Bundes und somit sehr wichtig für die Zukunft der Bahn. Auf rund 7,6 Millionen Franken werden die Gesamtkosten geschätzt, die für den Ersatz und der Sanierung bereitsgestellt werden müssen.
Seit 2009 wurden also jährlich mehrere hundert Meter Bahntrassee saniert – dies meist in Nachtarbeit, damit der tägliche Dampfbetrieb während der Saison nicht tangiert wurde. Sämtlich ausgebautes Material (Schienen, Schwellen, Schotter) wurden von der Strecke zurück nach Brienz geführt, damit keine Leerfahrten entstehen konnten.

Neukonzession 2019

Am 29. September 1969 wurde der Brienz Rothorn Bahn vom Bund die Konzession für die Bahninfrastruktur und Personenbeförderung für die nächsten 50 Jahre erteilt. Ein Meilenstein, war damit der Bahnbetrieb aus rechtlicher Sicht die nächsten Jahrzente gesichert. Im Dezember 2019 – also rund 50 Jahre später – war es wieder soweit und die Erneuerung der Konzession wurde bewilligt. Das Erreichen dieses Ziels war mit einem immensen Aufwand verbunden, denn für die Neukonzessionierung mussten zahlreiche Auflagen erfüllt werden. So wurde etwa im Rahmen des Grossprojekts „Aktion 5 S“ die komplette Strecke saniert.

Schneeräumung

Die Geschichte der Brienz Rothorn Bahn ist stark von der Schneeräumung (Schneebruch) geprägt. In den Anfangsjahren der Bahn waren Jahr für Jahr bis zu 70 Mann mit den Räumarbeiten beschäftigt. So willkommen damals der Nebenverdienst für viele Brienzer Familien war, so belastend war dieser Aufwandposten für die Betriebsrechnung der Bahn.
1951 wurde erstmals eine Schneefräse eingesetzt. Wenn auch einige anfängliche Probleme gelöst werden mussten, so setzte sich doch auch hier die Mechanisierung durch.
Heute wird die Schneeräumung mit einer modernen radangetriebenen Schneefräse durchgeführt. Zusätzlich werden leistungsfähige Pistenfahrzeuge für die Vorräumung und für das Abstossen der Schneemassen eingesetzt. Dies ermöglicht eine wesentlich wirtschaftlichere Schneeräumung und dank der Zeitersparnis kan der Zeitpunkt der Streckenöffnung besser geplant werden.

«Natur, Gschicht, Technik und "ds Chemi ischt geng Vorna".»

Kurt Amacher
Lokführer

«Met eusere Bahn e mis schönschte Wandergebiet.»

Ruedi Gautschi
Zugbegleiter

«Es Schiifelli bin Kobi Peter lengt bis zum erscht Kilometer.»

Chrigel Flück
Heizer

«Seit 1892 nur Einnahmen in der Sommersaison. Eine grosse Herausforderung aber enorm spannend!»

Pascal Suter
Leiter Unternehmensdienste

«14bar im Rigel, suscht siimer ibel»

Ueli Fischer
Lokführer

«Nach der Fahrt aufs Rothorn erwartet mich der wunderschöne Ausblick über den türkisblauen Brienzersee — einfach genial!»

Thomas Germann
Lokführer

«Jede Fahrt auf’s Brienzer Rothorn ist für mich einzigartig, eindrücklich und anders. Genuss pur - Seelenbenzin.»

Katrin Nägeli-Lüthi
Verwaltungsrat Vizepräsidentin

«Die Bahn, die Berge, die Menschen und die Tiere - das alles garantiert ein unvergessliches Erlebnis.»

Rahel Furrer
Marketing

«Min Arbeitsort ischt ussergwöhnlich, chum bsuech mi hie, i zeig ihn dier.»

Roland Wenger
Vorstand Rothorn Kulm

«Vom Hore bis zum See git's menge scheene Fläcke z'gseh.»

Heri Heimann
Zugbegleiter

«Mit Diesel, Heizöl oder Kohle - wir fahren für des Gastes Wohle.»

Lieni Pitschi
Lokführer

«Jede Fahrt ist ein neues Erlebnis- ich geniesse es jedesmal!»

Andreas von Allmen
Zugbegleiter

«Da cheuschd 100 Mal uehi und gsehschd geng eppis Niwws.»

Rosmarie Neiger
Zugbegleiterin

«Ich liebe meinen Job!»

Thomas Trachsel
Lokführer

«Wes dampfet und rouchnet, de lachet nid nume mis Härz!»

Stefanie Aebersold
Zugbegleiterin

«Wir gehen mit Tradition in die Zukunft!»

Ueli Zimmermann
Leiter Betrieb

«Dr Blick vom Rothorn übere Brienzersee isch jedes Mal eifach magisch»

Jeff Kneubühler
Zugbegleiter

«Ä mächtigi Bärgchetti, di richhaltigi Natur u dr einzigartig Brienzersee - das alls chasch gseh, hie bir BRB»

Vivienne Niedermann
Station Brienz

«D Rothorebahn ischd ä Maschinen wo nie üfgid.»

Beat Leuenberger
Heizer

«Eine Fahrt mit der Rothornbahn ist ein Erlebnis aus technischem und landschaftlichem Hochgenuss.»

Martin Biber
Gästebetreuung

«Lass anderi lo chrampfe, tue ufedampfe! E gueti Fahrt, e schöne Tag, bi wunderbarer Ussichtslag»

Irène Wernli
Station Brienz

«We ds Wätter stimmt und d'Lüt guet druff si, ha ig dr schönscht Job vor Wäut.»

Thomas Brunner
Zugbegleiter

«Eine Fahrt auf’s Rothorn ist ein Muss mit mehrfachem Genuss!»

Markus Geisseler
Verkauf

«Mit der Dampfzahnradbahn wie vor 125 Jahren aufs Brienzer Rothorn - und dort legen wir Ihnen die halbe Schweiz zu Füssen.»

Peter Flück
Verwaltungsratpräsident

Kontakt/Reservation:

Brienz Rothorn Bahn AG
3855 Brienz
Tel. +41 (0)33 952 22 22
E-Mail: info(at)brb.ch